ART – PROJECT – JOURNEY  / TIM KRIEGLER/ SUSA BECK

„Es gibt einen Kern oder Mittelpunkt, von dem etwas ausgeht, aber auch etwas worauf man hinarbeitet, und versucht zu erreichen.“

Tim Kriegler

Vergangenes Jahr befeuerten Begegnungen mit Künstlern anderer Genres, die Idee mit weiteren Kreativen zu kooperieren.

Im Juli wurde mir der Aerial Straps Artist und Handbalancer Tim Kriegler in den Instagram Account gespült. Die Eleganz und Leichtigkeit, mit der an Bändern durch den Raum schwebt, sich spiralförmig Richtung Boden dreht, um dann wieder kraftvoll nach oben zu steigen, hat mich sofort in den Bann gezogen. Die dabei entstehenden Figuren wirkten skulptural. Aus zwei gegenseitigen Kommentaren im Feed wuchs ein intensiver Austausch und die Idee an einem gemeinsamen Kunstprojekt zu arbeiten.

Obwohl Tim Kriegler die Welt bereist, konnten wir uns mehrmals persönlich treffen, um in den Dialog zu gehen.

In den Gesprächen habe ich bemerkt, dass viel mehr als nur gegenständliche Darstellungen in dem Projekt liegen. Tims Arbeitsweise lässt sich als Philosophie auf das Leben übertragen. Deshalb gilt es auch seinen Charakter einzufangen:

Klar und fokussiert, gleichzeitig emphatisch und agil.

Im ersten Schritt steht die naturalistische Darstellung im Vordergrund.

Danach geht es auch um die Energie von Tim Kriegler.

Es ist geplant, wie bei einem Zoom auf das Wesentliche, dass sich die Präzision der Form ins Abstrakte auflöst.

Folgende Materialien werden verwendet:

Silber, Gold : Metall steht  im Feng Shui  für Klarheit und Struktur.

Glas: Transformation

Bergkristall: Klarheit, Ordnung, Harmonie, Bewusstsein

Onyx: Widerstandsfähigkeit, Stabilität, Konzentration

SCHWARZ UND WEISS

„Ich mag Schwarz oder auch Weiß, beide wirken stark, ausdrucksstark und clean.

Den Anfang macht eine naturalistische Figur von Tim an den Straps, die rein zufällig gewählt, die Initiale   „T“ bildet.

Dinge passieren intuitiv.

„ T“   TIM KRIEGLER

Die Umrisse der Figur ähneln ebenfalls einem Adler mit ausgebreiteten Flügeln.

Der König der Lüfte dient als Symbol der Herrschaft, des Göttlichen, der Sonne, des Muts und der Freiheit.

Flug: Fallen und Halten, Freiheit und Begrenzung

Zusammenspiel von Geist und Körper

Leichtigkeit

„In der Luft beim Drehen und Fallen bin ich in einer losgelösten Bubble. Ich habe „20 000 Gedanken“ und nehme die Welt um mich herum wahr, aber habe die geschärfte Wahrnehmung auf das, was ich gerade tue, das ist der Mittelpunkt.“

„Es liegt an Dir die Kräfte, die auf dich einwirken mit deinem Körper und Deinen Muskeln im Einklang bestmöglich zu nutzen, effizient zu arbeiten. Bewegungen werden erst möglich, wenn man sich dreht und schwingt, dann wirken die Fliehkräfte und das Timing wird wichtig, aber auch jeder Winkel und Stellung der Körperteile übereinander, auch wenn es überkopf geht“.

Tim Kriegler

Ein durch äußere Gegebenheiten angestoßener geistiger Prozess erfordert Konzentration und das präzise Erfassen verschiedener Faktoren. Durch Wissen transformiert, führt das bestenfalls zur einer vom Beobachter empfundenen Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit.

Sich entfalten, an Grenzen stoßen und durchbrechen, in der Raumübergeifung sichtbar werden.
Die eigene Dynamik sprengt die Dimensionen.

Das Glas steht für eine Begrenzung, die es zu durchbrechen gilt.
Das kann der Level der Fähigkeiten oder des Muts sein.
Anderseits zeigt die Transparenz „dass man der Freiheit nahe ist“.

Die Oberfläche im Inneren des Ringes ist eine hochglanzpolierte Spielfläche.

„Ein Spiegel ist für mich Reflektion und Klarheit, da man sich bewusst und fast unausweichlich, mit sich selbst befasst“.
Tim Kriegler

Bewegen in der Unendlichkeit 

Das mathematische Zeichen aus dem Jahr 1655 wird auch außerhalb des Kontexts als Symbol verwendet.

Es steht für einen geschlossenen Kreislauf, Beständigkeit, Ganzheit, Grenzenlosigkeit und Unendlichkeit.

Die Bewegung und Energie des Menschen/ Artisten bringen die Lebendigkeit und Veränderung mit ins Spiel, ohne etwas an den Rahmenbedingungen verändern zu können. Wie beim Uroboros bleibt die Räumlichkeit und der Kreislauf unangetastet.

Ein sehr spannender Roman dazu: „Alle Menschen sind sterblich“ von Simone de Beauvoir.

Die durch einen Zaubertrankt unsterbliche Romanfigur durchlebt als Mann oder Frau sämtliche Zeitalter und Lebensumstände immer aufs Neue.

HAND/ARM  MIT STRAPS

Das Handgelenk ist der Dreh und Angelpunkt bei einem Straps Artisten, metamorphisch steht es für Geschmeidigkeit Flexibilität und „die Zügel in der Hand halten“.

Der Arm wird durch den eingesetzten Onyx oder Bergkristall dargestellt.

Die Edelsteine werden individuell nach Ihrer Bedeutung gewählt.

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RECENT PROJECTS

Mackay Productions

Manchmal gibt es unerwartete Begegnungen, die sich nach Schicksal anfühlen. In den 70er Jahren in Stuttgart aufgewachsen, wurde ich Zeugin des „John Cranko Wunders“ mit seiner legendären Ballettkompanie. Selber eher mäßig tanztalentiert, füllte ich stattdessen Ordner mit den von mir gesammelten Programmheften des Staatstheaters.

Lange fühlte sich die fehlende Begabung wie eine unerfüllte Sehnsucht an, bis ich begriff, dass sich die Formgebung meiner Schmuckwerke genau daraus entwickelt hat.
Mein Schmuck darf an meiner Stelle tanzen, starres Material wird zu einer Einladung an die Augen zu flanieren.

Was für ein schöner Zufall, dann Jahrzehnte später Julian Mackay, einem charismatischen Principal Dancer des Bayrischen Staatsballetts, zu begegnen. Als erster US-Tänzer hat er seine Heimat Montana mit elf Jahren verlassen, um die gesamte Ausbildung an der Moskauer Bolshoi-Ballett-Akademie zu absolvieren.

Strahlend stark und zugleich lyrisch-poetisch zieht er die Zuschauer in seinen Bann, hat unter anderem am Mikhailovsky Ballett, Royal Ballett, San Francisco Ballett oder dem K-Ballett in Tokio getanzt und ist regelmäßig Gast an großen Bühnen rund um den Globus.

In seiner Familie gibt es noch mehr begabte Mitglieder. Beide Schwestern sind erfolgreiche Ballerinas und auch sein Bruder Nicholas hat eine Ausbildung an der Bolshoi-Akademie absolviert. Mittlerweile hat sich Nicholas als Fotograf und Filmemacher einen Namen geschaffen. Zusammen führen die Brüder die Mackay Productions Company und wir entwickelten die Idee, die verschiedenen Kunstformen bzw. Künstler bei einem Shooting auf Velaa Private Island auf den Malediven zu verbinden und die Schatzkiste vor einer zauberhaften Kulisse zu öffnen. Wundervolle Tänzer*innen und prächtige Schmuckstücke, die selbst wie fabelhafte Unterwasserwesen aus den Tiefen des Ozeans wirken.

Mitwirkende Tänzer*innen sind Julian Mackay (Principal Dancer (unter anderem Bayerische Staatsballett), Jinhao Zhang (Principal Dancer / Bayerisches Staatsballett) Maria Sascha Khan (Artistic Director of Yellowstone Int. Arts Festival) Nadja Khan (Opera Roma), Jeanette Kakareka (Demi Solistin / Bayerisches Staatsballett).

Vielen Dank an alle Beteiligten für diese wunderbare Produktion. Wir haben weitere Ideen…